Im Dorfkern von Sülfeld steht die Markuskirche. 1318 wurde sie zum ersten Mal urkundlich erwähnt - so feierten wir 2018 das 700-jährige Bestehen. Es gibt aber Hinweise darauf, dass die Kirche noch älter ist (vgl. Chronik)
Im Dorfkern von Sülfeld steht die Markuskirche. 1318 wurde sie zum ersten Mal urkundlich erwähnt - so feierten wir 2018 das 700-jährige Bestehen. Es gibt aber Hinweise darauf, dass die Kirche noch älter ist (vgl. Chronik)
Das Alter der Kirche zu Sülfeld lässt sich heute nicht mehr genau bestimmen. Einzelne Merkmale wie beispielsweise das Tatzenkreuz, das Fragment eines Dreiblattes oder die Maske im Inneren der Kirche könnten auf das 13. Jahrhundert hindeuten.
Wenn wir davon lesen, dass die Kirchenmauer und der Turm Anfang des 17. Jahrhunderts erhöht worden sind, also auch die Kirchenfenster größer gestaltet wurden, dann müssen wir uns die Vorgängerin unserer Kirche schlichter, gedrungener - und mit kleinen Fenstern versehen - vorstellen. Sie könnte einmal zu den Wehrkirchen gezählt haben, von denen es einige entlang der Grenze zu den Wenden in unserer Gegend gab. Schriftlich belegen lässt sich das aber nicht.
So bleibt uns nur das Jahr 1318, in dem die Kirche „von Solvelde“ erstmals im Lehnsbuch des Herzogs Otto von Braunschweig urkundlich erwähnt wird. Aufzeichnungen über Veränderungen an der Kirche beginnen erst mit der Reformation. Besonders den Patronen unserer Kirche, den Eheleuten Frantz Otto von der Wense und Anna geborene von Münchhausen, sowie Georg von der Wense und Elisabeth Sophia geborene von Bodendorf, hat die Sülfelder Kirche viel zu verdanken. Sie haben die Kirche instand gehalten, sie baulich verändert und den Innenraum neu gestaltet. Unter anderem wurde eine Kanzel aufgestellt, der Altar erneuert und Priechen (Emporen) eingebaut. Der kostbare, aus Lindenholz geschnitzte Flügelaltar ist leider im 19. Jahrhundert, um ihn vor dem Verfall zu retten, von der Kirchengemeinde an das Provinzialmuseum Hannover (jetzt: Landesmuseum) verkauft worden. Die Priechen sind auch nicht mehr vorhanden. Der Altar, um den wir uns heute versammeln, ist aus Resten eines Epitaphs (Gedenkstätte) für den verstorbenen Georg von der Wense neu gestaltet worden.
Geblieben aus dieser nachreformatorischen Zeit ist allein die Kanzel, eine Gabe der Elisabeth Sophia von der Wense. Geblieben ist ebenfalls der Gedenkstein hinter dem Altar, der uns an Frantz Otto von der Wense und an seine Frau Anna erinnert. Beide haben ihre letzte Ruhe in der Kirche zu Sülfeld gefunden. Jede Zeit prägt den Menschen, der in ihr lebt, und prägt die Gebäude, die er errichtet. So können wir an unserer Kirche die Spuren suchen und feststellen, die eine bestimmte Zeit an ihr und in ihr hinterlassen hat. An manchen Dingen erfreuen wir uns noch heute, wie etwa an der Kanzel. Bei anderen Dingen dagegen sind wir froh, dass sie verändert wurden - oder ganz verschwunden sind. Das Foto oben stammt aus dem Jahr 1895 und zeigt das Kirchenschiff nach einer umfangreichen Restaurierung.
Die Kanzel erkennen wir wieder, auch Teile des Altars und die Sitzbänke kommen uns bekannt vor. Die Kirchendecke dagegen war eine andere als diejenige, die wir zur Zeit vor Augen haben. Die Empore auf der linken Seite, die fast schon in den Mittelgang hineinragt, gibt es nicht mehr. Auch die Sakristei hinter dem Altar mit ihren Zugangstüren linker und rechter Hand ist nicht mehr vorhanden, die Empore über dem Altar ebenfalls nicht. Die Kirche ist wieder hell und offen geworden in unserer Zeit. Und das ist gut so.
Georg Leupold, Pastor i. R. im Jahre 2011
"Um die Jahreswende 1739/40 ist der Winter mit einer so heftigen Kälte eingefallen, daß am 1. Epiphanias-Sonntag, den 12. Januar 1740, beim Austeilen des Abendmahlsweines derselbe im Kelch mit Eisspitzen belegt gewesen ist. Es soll auch dieser Winter relativ härter gewesen sein wie der im Jahre 1709.
In diesem Jahr (1739) hat hat sich auch ein Komet mit einem Feuerschweif an mehreren Abenden am westlichen Himmel gezeigt. Diese Naturerscheinung soll an den heftigen Kriegen in Schlesien, am Main und im Brabant (belgische Provinz) Schuld gewesen sein, wo viel Blut vergossen worden ist.
Nicht lange nach dem vorstehenden Ereignis hat eine Viehseuche unser Gebiet heimgesucht und großen Schaden verursacht. Über viele Weideorte der Tiere erreichte die grassierende Seuche zunächst das Amt Gifhorn und danach im Monat August 1746 auch die eingepfarrten Dörfer Edes- und Allerbüttel. Im Monat September griff die Seuche auf Ehmen über. Zunächst wurde die Epedemie im Haus von Gohgraf Ernst J. Crawehls festgestellt, wo dieselbe, wie auch bei anderen Bauern sehr wütete. Der halbe Viehbestand blieb in Ehmen gesund. Jedoch sind über 200 Stück Rindvieh umgekommen."